Nervennahrung

Dauernd Schreiben, ja, ok.
Aber die Hände machen schlapp und dann der Verstand.
Leere im Kopf und nun?

Wenn wir aktiv schreiben, und das vielleicht mehrere Stunden am Stück, vergessen wir nicht nur zu trinken, sondern auch zu essen. Denn wenn es fließt, fließt es und man will seine Ideen, die Worte und Gedanken zu Papier bringen, sie in Dialoge hüllen und in Beschreibungen fassen, die verführen. Doch schlagartig ist Schluss damit. Punkt und weiter? Die Finger schmerzen, in den Handgelenken knackt es und der Magen zieht sich zusammen. Das Grummeln und Glucksen hat man bereits vor Stunden schon ausgeblendet.

Nahrung für die Kreativität

 

„Snacks of the Great Scribblers“
von Wendy MacNaughton / New York Times

Damit der Schreibprozess unzerstörerisch vonstattengehen kann, sollte man nicht nur auf kleine Pausen wert legen, sondern auch darauf, dass man ausreichend trinkt, isst und sich bewegt. Ja, stehen Sie einfach mal auf, gehen im Zimmer herum, sprechen laut mit sich und ihren Figuren. Ideale Häppchen während des Schreibens sind Nüsse, Früchte (süß und sauer) oder Gemüse wie Paprika. Viel Vitamin C, Fette und natürlicher Zucker. Das pusht das Gehirn zu Großem an.
Grüner Tee, ob warm oder kalt, ist ein guter Geselle am Schreibtisch. Er enthält wie Kaffee Koffein, das allerdings länger andauert. Außerdem ist er sehr gesund und kühlt an heißen Tagen von innen heraus. Aber natürlich ist eine heißer Café Latte am Morgen nicht zu verachten, auch nicht der Cappuccino am Nachmittag. Was immer Ihnen und ihrer Kreativität gut tut, ist perfekt.

Die Großen und ihre Leckerein

 

Vor ein paar Jahren veröffentlichte die NEW YORK TIMES ONLINE einen Beitrag von Wendy MacNaughton (29.7.2011), den wir zu diesem Thema gern beitragen würden. Unter dem Titel „Snacks of the Great Scribblers“ erschien eine gezeichnete Zusammenstellung von Snacks, die große Schriftsteller wie Marcel Proust oder Truman Capote wohl zu sich genommen haben könnten, wenn sie denn Nahrung für ihr Gehirn gebraucht hätten. Immerhin waren dies auch nur Menschen mit ganz normalen Bedürfnissen und dazu gehören eben essen und trinken.

Hier geht es zu dem Artikel der NEW YORK TIMES.

Selfpublishing

Selfpublishing ist in aller Munde, spätestens seit Amazon in diesem Gebiet nachgerüstet hat. Viele träumen von schnellen Erfolgen und noch schnellerem Geld. Doch wieviel kann man wirklich ohne Verlag, dafür auf eigene Faust mit seinen Werken verdienen?

Eine aktuelle Studie zum Selfpublishing versucht einen ersten Eindruck zu vemitteln. Erstellt wurde sie von Matthias Mattings. Deutlich wird, dass die meisten Autoren wenig Einnahmen mit ihren Verkäufen auf eigene Faust erzielen. Aber der Markt ist in der Entwicklung.

Alle Daten im Überblick – Viel Spaß beim Durchklicken

KurzLeben & Lisar

LISAR.
Lesen an der Isar.
Bücher.
Stände.
Menschen.
Geschichten.

Was möchte man mehr, vor allem an einem sonnigen Junisamstag in München?
Für Bücherwürmer und Flohmarktfans ist Lisar in jedem Sinne ein „Must have“. Liebevoll organisiert lockt er all jene an, die gern ihre Nase in Schmöker stecken, ob Klassiker, Sachbuch, Gedichtband oder moderner Krimi.

Zehn Uhr dreißig.
Ute Bronder und ich treffen am roten Zelt des Lisar Bücherflohmarktes ein. Über uns strahlt die Sonne am blauen Himmel, unsere Kleider schwingen leicht im Wind, der eine angenehme Brise verströmt. Wir sind aufgeregt, denn um elf Uhr dreißig wollen wir die Besucher des Bücherflohmarktes mit Kurzgeschichten aus unserer Sammlung KURZLEBEN unterhalten.
Wir stehen vor dem weinroten Lesezelt und beobachten zwei Frauen, die eifrig ein paar letzte Handgriffe daran vollenden. Eine ist Claudia Seifert. Wir begrüßen sie und melden unsere Ankunft. Ein Strahlen geht von der kleinen, blonden Frau aus, dass mit der Sonne über uns konkurrieren möchte.

lesezelt-kurzleben

Wir haben noch Zeit, Ute und ich. Also flanieren wir über die Isarpromenade.
Und tatsächlich, man fühlt sich ein wenig wie in Paris an der Seine.
Das ist pure Absicht.
Der Lisar Bücherflohmarkt holt zweimal im Jahr das Flair der Pariser Bouquinisten nach München.
Das Rauschen der Isar begleitet uns auf Schritt und Tritt.
Unsere erste Aufregung legt sich.
Das liegt nicht nur an dem Plätschern des Münchner Flusses, sondern auch an den vielen Bücherständen.
Ein Leseparadies.
Wir bleiben stehen, gehen zwei Schritte, bleiben stehen, gehen vier Schritte, bleiben stehen, lesen, staunen, handeln, greifen zu.

flohmarkttreiben-kurzleben

Zurück am Zelt lauschen wir den Eröffnern der Leserunde.
Oh Ovid! Eine Ode an die Wandlung, gelesen und vorgetragen von Kai Gabriele Krüger und Alexander Müller-Hermann. Andächtig sitzen wir und spitzen die Ohren, denn da wird Latein gelesen. Wir sind baff.

Dann sind wir dran.
Auf zwei Stühlen nehmen wir Platz, Claudia Seifert kündigt uns herzlich an und dann lesen wir. Geschichte um Geschichte.
Für Freunde, für Fremde, für Fans.
Das Zelt füllt sich.
Leute kommen und gehen.
Wir lesen von Frauen, die sich über Religion und Sex austauschen, über Kinder philosophieren, in einem Bus eine Motte beobachten oder von einem Mann, der mit einem Elch als Beifahrer auf der Autobahn unterwegs ist.
Ruhe und Applaus wechseln sich ab.

Danke Lisar! Wir haben es so genossen.

Informationen zum Lisar Bücherflohmarkt

Das E-Book KURZLEBEN gibt es auf AMAZON, iTunes und überall wo es E-Books gibt.

Bilder von der Lesung

[flagallery gid=1]

Edgar Allan Poe

„…sag, welch hohen Namen gab man dir in Plutos nächtger Spähr’?
Sprach der Rabe, Nimmermehr…“

Der unheimliche Gast in nächtlicher Abgeschiedenheit in Person eines wortgewandten Raben gehört zu den bekanntesten Figuren, die der amerikanische Schriftsteller Edgar Allan Poe schuf. Mit Fantasie und Visionen prägte er Genres von der Kriminalliteratur, über die Science Fiction bis zum Horror. Beliebt sind seine Geschichten wegen des Wahnsinns, der Unheimlichkeiten, die in Herz und Mark kriechen, wegen seiner einprägsamen Symbole und ihrer poetischen Dichtung.

Edgar Allan Poe wurde 1809 in Amerika geboren. Ein geschichtsträchtiges Jahr, denn auch Männer wie Charles Darwin oder Abraham Lincoln erblickten das Licht der Welt. Eine Welt, die es zu verändern, ja zu verbessern, galt. Die Welt des als Edgar Poe geborenen Schriftstellers verwandelte sich bereits sehr früh, ganz ohne sein Zutun. Der Sohn eines tourenden Schauspielerpaares, mittellos und krank, verlor seine Eltern als der Junge noch in der Wiege lag. Als Edgar gerade ein Jahr alt war, verschwand der Vater von einem Tag auf den Anderen. Niemand wusste wohin, weder warum und was mit ihm passiert sei. Nie wieder hat man seitdem etwas von ihm gehört oder gesehen.

Die Mutter, an Tuberkulose erkrankt, verstarb, da war Edgar noch nicht ganz drei Jahre alt. Zusammen mit seinen Geschwistern blieb er ohne finanzielle Mittel zurück. Von diesem Schicksal erfuhr die Großkaufmannsfamilie Allan in Richmond. Die Frau des Hauses überredetet ihren Mann zumindest den jungen Edgar aufzunehmen. Seine Geschwister kamen in andere Familien oder zu Angehörigen.

Es klingt beinah wie ein Märchen. So muss es Edgar später zumindest vorgekommen sein. Der Junge aus ärmlichen Verhältnissen plumpst nach dem Verlust seiner Eltern in die Arme einer reichen Familie. Dieser Glücksfall läutete die Geburtstunde des Edgar Allan Poes ein.

Edgar_Allan_Poe_1848

© Wikipedia

Viele seiner Texte, ob Gedichte oder Erzählungen, sind von den Erlebnissen mit dem weiblichen Geschlecht geprägt. Nach dem tragischen Tod der sehr jungen, zarten und anmutigen Mutter nahmen zugleich die Adoptivmutter Frances Allan, eine Tante und ein schwarzes Kindermädchen diesen Platz ein. Sie verwöhnten und liebten den Jungen. Der neue Vater, John Allan, hingegen ließ seiner Fürsorge auch eine gute Portion Strenge und Zweifel untermischen. Er hatte Pläne für den Sprössling: Erfolg in jeder Weise. Aber diesen musste sich der junge Edgar erstmal verdienen, denn der als „General Poe“ bezeichnete Vater war der reichste Mann in Richmond und ganz Virginia. Zu Verdanken hatte er dies allerdings nicht großer Anstrengung sondern einer Erbschaft.

Von Geburt an war und sollte Edgar Allan Poes Leben zerrissen von Liebe, Krankheit und Tod sein. Obwohl ein angesehner Schüler, Kamerad und Freund, wurde er in nie wahrhaftig glücklich. So scheint es zumindest.

Seiner ersten Liebe, da war Edgar gerade dreizehn oder vierzehn Jahre, widmete er ein Gedicht. Es ist bekannt als „TO HELEN“. Die als Helen bezeichnete Schöne war die Mutter eines Klassenkameraden, ihr Name Jane Stanard. Ihre Anmut hatte den jungen Edgar nicht entzückt, sondern auch zum Gedicht schreiben animiert. Sie verstarb ebenso jung wie seine leibliche Mutter.

Mit siebzehn Jahren studierte Edgar Allan Poe in Charlottesville. Alte und neue Sprachen an der Universität von Virginia interessierten ihn. Zu dieser Zeit ereigneten sich die ersten Exzesse. Der junge Edgar trank, spielte und machte erhebliche Schulden. Vielleicht weil sein Vater, John Allan, seine Ambitionen zum Künstlerischem nicht gut hieß und ihn nur knapp finanziell unterstützte. Der Vater hatte wohl den Plan, der Sohn würde scheitern und den für ihn vorgesehenen, gesellschaftlich anerkannten Weg wählen.

Sicherlich mochte für Edgar Allan Poe gerade die Studienzeit an der Universität nicht zu der einfachsten gehört haben, umgeben von vielen reichen und verzogenen Jugendlichen, die nur eins im Sinne hatten: Ausschweifungen.

Da musste und wollte der junge Edgar mithalten. Dazu kamen diverse familiäre Probleme. Vor allem das Verhältnis zum Ziehvater geriet immer mehr in Misslage bis es 1827 zum Bruch kam. Folglich trat Edgar Allan Poe unter falschen Namen in Boston in die Armee ein und kehrte seinem Heim und Familie den Rücken. Ganz so wie es einst sein Vater getan hatte. Erneut strandete Edgar Allan Poe in der Welt der Armut und der Einsamkeit, die fortan bis zu seinem Tod an ihm festhielten.

1024px-Fort_Moultrie1.3

Fort Moultrie © Wikipedia

Mit achtzehn Jahren dann veröffentlichte Poe seinen ersten Gedichtband. Die Kosten dafür trug er selbst. Forscher gehen von circa 50 bis 200 Exemplaren aus, genau sind sie nicht mehr zu zählen. „TAMERLANE AND OTHER POEMS“ erschien nicht unter seinem richtigen Namen, sondern mit dem Zusatz „By a Bostonian“.

Als der Gedichtband auftauchte, trat Poe seinen Dienst bei der US Army an. Er hatte sich für fünf Jahre verpflichtet und wurde mehrmals befördert, darunter zum Sergeant Major, dem höchstmöglichen Rang für einen Soldaten. Dank seines Vaters, mit dem er versuchte, sich zu versöhnen, wurde er nach nur zwei Jahren aus dem Dienst ehrenhaft entlassen. Inzwischen war die Mutter Frances Allan verstorben und der junge Edgar sah sein Erbe und den finanziellen Ruhestand nun gänzlich davonschwimmen, nicht allein wegen der nicht zu bereinigten Streitigkeiten mit dem Ziehvater. Inzwischen waren zwei uneheliche Söhne von John Allan aufgetaucht und der Vater verheiratet. Edgar Allan Poe fühlte, da war kein Platz mehr für ihn.

1829 lebte er bei der Schwester seines verstorbenen Vaters und deren Tochter, seiner Cousine Virgina. Sein zweiter Gedichtband erschien, diesmal unter seinem richtigen Namen: „AL AARAAF, TAMERLANE AND MINOR POEMS.“
Ein Jahr später ging er, auch dank seines Ziehvaters, nach West Point. Wiederum zwei Jahre später erschien der dritte Gedichtband „POEM“, darunter frühe Versionen von „TO HELEN“ und „THE CITY IN THE SEA“. Ab hier begann der Schriftsteller nun auch Erzählungen zu schreiben.

1835 heiratete Poe seine damals erst dreizehn Jahre alte Cousine Virgina. Sie war ein junges, kränkliches Ding, engelsgleich und zerbrechlich – ganz so wie Poes Mutter. Er kehrte nach Richmond zurück, um dort die vorher bereits in einigen Versuchen angefangene Arbeit für den von Thomas W. White gegründeten SOUTHERN LITERARY MESSENGER zu schreiben. Während seiner Zeit dort soll sich dessen Auflage von 1000 auf 5000 Exemplare erhöht haben. Vor allem aber machte sich Poe einen Ruf als Literaturkritiker. Viele seiner eigenen Erzählungen, darunter „BERENICE“, „MORELLA“ oder „LOSS OF BREATH“ erschienen im MESSENGER.

VirginiaPoe

Cousine und Frau Virginia © Wikipedia

1837 zog es Poe und seine kleine Familie nach New York, um dort ein eigenes Magazin herauszugeben. Alle Versuche scheiterten jedoch. Die Familie zog weiter nach Philadelphia. Dort erschien 1838 „LIGEIA“ in dem Magazin THE AMERICAN MUSEUM OF SCIENCE, LITERATURE AND THE ARTS. Die Geschichte ist weltweit bekannt und sehr beliebt. Sie erzählt von einer uns Menschen angeborenen Kraft: Dem Willen. In „LIGEIA“ überdauert die Hauptfigur den Tod, um weiterhin bei dem geliebten Menschen verweilen zu können. So schafft es Poes weibliche Protagonistin mittels Reinkarnation und starkem Willen ins Leben zurückzukehren.

Eine andere Leidenschaft Poes neben dem Schreiben war die Kryptologie. Das logisch-analytische Denken faszinierte Poe seit jeher. Er trainierte regelrecht das Dechiffrieren von Geheimschriften und forderte zu Wettbewerben auf, bei denen man ihm jene einsenden sollte, die er nicht zu entziffern vermochte. Tatsächlich misslang ihm dies unter hunderten von Einsendungen nur einmal.

1940 flammten die Pläne für Poes eigene Literatur-Zeitschrift erneut auf. Zuerst nannte er sie THE PEN, später THE STYLUS. Leider fehlte ihm bis zum Tod das nötige Kapital. Auch die Bekanntschaft mit Charles Dickens, den Poe sehr verehrte und in seinen Kritiken mit lobenden Worten überschüttete, half nichts. Obwohl der englische Schriftstellerstar versprach, sich für Poe und seine geplante Zeitschrift einzusetzen, stieß das Vorhaben auf taube Ohren.

Geplagt kehrte Poe mit samt Familie nach New York zurück, um dort sein Glück erneut auf die Probe zu stellen. Hier entstand „DER RABE“ (THE RAVEN). Das einzigartige Gedicht brachte ihm nicht nur Aufmerksamkeit sondern auch Ruhm zu Lebzeiten. Aber damit begann auch die Zeit seiner Selbstsabotage. Man munkelte bereits in Philadelphia, dass Edgar Allan Poe Probleme mit dem Alkohol habe, streitsüchtig sei und uneinsichtig.

Rabe

© Lolita Büttner

1843 erhielt er die einmalige Chance vor dem damaligen Präsidenten John Tyler einen Vortrag zu halten. Dieser sollte ihm endlich das ersehnte Geld für sein geplantes Literatur-Magazin THE STYLUS einbringen. Leider betrank sich Poe aufs Heftigste und vertat diese Chance. So wurde er dem als inzwischen von ihm mit Fluch benannten Ausspruch seines Ziehvaters gerecht, der einst gemeint hatte, Edgar werde nie zu etwas taugen.

1847 starb Edgars Frau Virginia. Sie erlag ihrer Tuberkulose. Seine Trauer verarbeitete der scheinbar dauerhafte niedergedrückte Poe in zahlreichen Gedichten und Erzählungen. Auch schlug er in seinen Schaffenswerken neue Wege ein, entwickelte sich stets weiter. Dazu kam der eine oder andere Versuch, eine neue Frau in sein Leben zu lassen. Angeblich soll Poe wegen einer Verschmähung sogar versucht haben, sich mit Opium das Leben zu nehmen. Aber darüber kursieren Vermutungen, die wie sein Leben im Dunkeln liegen.

1849 traf er auf seine Jugendliebe Sarah Elmira Royster, die er mit vierzehn, fünfzehn Jahren inbrünstig verehrt hatte. Damals allerdings fing ihr Vater die leidenschaftlichen Briefe Poes ab, so dass sein Flammen und Flehen nie erhört und die Angebetete anderweitig vermählt wurde.

1849 war es dann aber soweit. Elmira, inzwischen verwitwet, erhörte sein Werben und beide verlobten sich. Das Happy End schien zum Greifen nah. Zu einer Hochzeit kam es jedoch nicht, Poe verstarb 1949 auf so mysteriöse Weise wie sein Leben begonnen hatte. Was genau mit ihm geschah, was zum Tode führte, darüber reihen sich zahlreiche Geschichten, die alle aus der Hand des Schriftstellers selbst stammen könnten. Er selbst würde sie mit einem Schmunzeln lesen und mit aller Wahrscheinlichkeit noch besser ausschmücken, als wir es je für möglich halten könnten. Doch die Wahrheit seines Ablebens findet sich „nimmermehr“.

Poe mal anders

Edgar Allan Poes Gedicht „Der Rabe“ ist bekannt, ob klein oder groß. Die Zeilen haben es zu Weltruhm gebracht, bis in eine Halloween-Folge der Animations-Serie der Simpsons ist es vorgedrungen. Verfasst hat es der Schriftsteller Poe im Jahr 1845. Darin berichtet ein Mann von einer geheimnisvollen Nacht und einem seltsamen Besucher in Gestalt eines Raben, der immerfort nur ein „Nimmermehr“ krächzt.

Die neuste Version des Gedichtes stammt von der SLMS, dem Stephan Lucht Medienservice. Im Zuge einer SEO Challenge zu dem Keyword „Xovilichter“ formulierte das Münchner Unternehmen Poes Zeilen kurzerhand um. Aus dem Raben wurden kurzerhand gespenstige Lichter. Ein kreativer Beitrag, um Content für das Keyword zu produzieren. Damit erhofft sich die SLMS bis und am 19. Juli 2014 unter den Top 20 bei Google gelistet zu werden.

Hier geht es zum Gedicht vom Stephan Lucht Medienservice

Simpson-Version von „Der Rabe“

Mitternacht war’s schwarz und schaurig, lustlos saß ich träg und traurig
stöbernd in uralten Büchern, und die Augen wurden schwer
plötzlich hörte ich ein Scharren, und ein Klopfen und ein Knarren
deutlich von der Türe her, ein Besucher dacht ich jetzt noch
wo kommt der denn heut noch her
ja das dacht ich und nicht mehr

ach wie kalt fühl ich noch heute, die Dezembernacht ihr Leute
im Kamin die Flammenmeute, warf Gespenster rings umher
nutzlos der Versuch vor morgen, von den Büchern Trost zu Borgen
für die größte meiner Sorgen, ob Lenore ein Engel wär
ob Lenore die ich verloren, wiederum ein Engel wär
jetzt im Himmel hier nicht mehr

das Wispern von Gestalten, in den Purpurvorhangfalten
weckte Angst mir vor Gewalten, die ich nie gespürt vorher
Herz hör auf wie wild zu Schlagen, lass es dir noch einmal Sagen
ein Besuch ist für mich draußen, mich zu sehn ist sein begehr
das ist alles und nicht mehr

so verschwand mein banges Zagen, und ich konnte furchtlos Sagen
werter Herr verehrte Dame, bitte gleich und bittesehr
und verzeiht mir denn ich machte, grad ein Schläfchen und so sachte
das ich wohl nicht gleich erwachte, war ihr Klopfen dann vorher
und mit diesen Worten, riss ich weit die Tür auf
alles leer und gar nichts mehr

zu die Tür als ich erkannte, das mein Herz wie Feuer brannte
hört ich wieder dieses Pochen, etwas lauter als vorher
Schluss jetzt mit den Eskapaden, richtig ja der Fensterladen
nahm womöglich heute Schaden, dann kommt da das Pochen her
auf stieß ich das hohe Fenster, und wie rauschende Gespenster
flatterte ein stolzer Rabe, just aus alter Sage her
keinen Gruß keine Verbeugung, nicht die kleinste Gunstbezeugung
gleich mit hoheitsvoller Miene, flog hinauf zur Türe er
setzt sich auf die Pallasbüste, die dort thronte marmorschwer
flog und saß da und nicht mehr

etwas pflege alter Knabe, fehlt zu deinem Wohlgehabe
aber sag mir grimmer Rabe, Wanderer aus Plutos Sphär
sag mir welchen edlen schwarzen Namen gab man dir in Plutos Sphär
sprach der Rabe (friss meine shorts) nimmermehr

und dann schwebten durch die Lüfte, plötzlich wundersame Düfte
und Serafins Schritte klangen, aus des Raumes Tiefe her
Himmel rief ich sieh Gott sendet, einen Engel her und spendet
dir Vergessen und so endet, die Erinnerung an Lenore
trink o trink das freundliche Vergessen, setz nicht länger dich zur Wehr
sprach der Rabe nimmermehr

nein dies war dein Abschiedszeichen, Teufelsvogel ohne Gleichen
lass dich nicht mehr bei mir sehn, kehr zurück in Plutos Sphär
pack dich hörst du du sollst Fliegen, und lass keine Feder liegen
als Beweisstück der Intrigen, pack dich ohne Wiederkehr
friss nicht weiter mir am Herzen, pack dich ohne Wiederkehr
sprach der Rabe nimmermehr
friss nicht weiter mir am Herzen, pack dich ohne Wiederkehr
sprach der Rabe nimmermehr
und der Rabe er fliegt nimmer, sitzt noch immer sitzt noch immer
auf der bleichen Pallasbüste, überm Türsims wie vorher
in den bösen Blick verwoben, eines Dämons träume toben
und das Licht wirft mir den groben, rabenschwarzen Schatten her
es erhebt sich aus dem Schatten, aus dem Rabenschatten her
meine Seele nimmermehr.

Wie schreibt Hollywood?

Immer wieder dringt es in unsere Ohren – die Amerikaner haben einen neuen TV-Serien-Hit und natürlich weltweite Kinoerfolge, auch wenn andere wiederum behaupten, das amerikanische Cinema stecke in einer Krise. Zu viele Superhelden Geschichten und so weiter.

Trotzdem. Viele deutsche Filmemacher sehnen sich nach Hollywood. Es dürstet ihnen nach den Möglichkeiten, aber vor allem nach den Freiheiten. Es scheint fast so, als hätten die Fernseh- und Filmemacher Amerikas, die Weisheit mit den Löffeln gefressen. Hier in Deutschland dagegen hören gute Drehbuchautoren und Geschichtenerzähler nur Argumente, warum ihre Geschichten nicht funktionieren können oder warum das deutsche Publikum so was nicht sehen möchte. Fernsehredakteure diktieren Programm, dass auf Einschaltquoten und Meinungsumfragen beruht.

Ein Blick auf zwei Videos, das eine dreht sich um Drehbuch-Vermarktung, das andere um Ideenfindung fürs Fernsehen, zeigt eindrucksvoll, das wir nicht mal an einem Tisch mit den „Hollywoodianern“ sitzen, um nach ihren Löffeln greifen zu können. Wer ihre Weisheiten nicht nur wissen, sondern auch leben und umsetzen möchte, muss eine Reise in die neue Welt antreten. Eine Heldenreise sozusagen.

 

  

 

Das Drei-Akt-Modell visuell

Wer sich dem Schöpfungsakt einer Geschichte widmet, nutzt gern das Drei-Akt-Modell. Das betrifft vor allem ein gutes Drehbuch. Im Roman zum Beispiel ist man freier. Michael Arndt und seiner Kollegen bei PIXAR haben die Filme “Toy Story 3″, Finding Nemo” und “The Incredibles” in Bezug auf das Drei-Akt-Modell unter die Lupe genommen. Herausgekommen ist ein veranschauendes Video:

Kreativität = Spiritualität

„Schreiben liegt in der Natur des Menschen und ist nicht etwa eine Berufung oder ein seltenes Talent.., verkündete Julia Cameron bereits in den 90ern. Seitdem kauften sich zahlreiche Schreibsüchtige ihre Bücher, die für unbekümmertes und freies Schreiben und Kreativität plädieren. Wie das Julia Cameron aber nun genau meint, verdeutlicht sie am Besten selbst.

Um das Video sehen zu können, einfach auf den blauen Button „Watch on Vimeo“ klicken.

Clustering

Unter dem Begriff „Clustering“ oder „Cluster“ versteht man eine Methode von Gabriele L. Rico, die beim Schreiben angewendet wird. Sie soll die Kreativität anfeuern. Anders als beim Brainstorming werden nicht Begriffe, Ideen und Gedanken einfach wahllos auf ein Papier gekritzelt, sondern man beginnt mit einem Wort (Idee, Gedanke, Begriff) und lässt seiner „Fantasie“ freien Lauf. Die weiteren Worte oder Sätze werden mit Linien verbunden, ähnlich einer Mindmap. Allerdings gibt es beim „Clustern“ keine Hierarchien. So entstehen lauter Schwärme von Ideen, Gedanken und Begriffen.

Wie funktioniert Clustering?

CLUSTERN AUSPROBIEREN?

Dann melde dich für unser WRITING an!