Verstehst du was ich meine?

Verstehst du, was ich meine?
Ich will nur sicher gehen, denn ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal, ob ich die richtigen Worte gefunden habe.
Geschweige denn die richtigen Satzzeichen.
Vielleicht kommt dir das dumm vor, aber ich suche nach dem perfekten Ausdruck.
In meinem Kopf existiert dieser Funken Klarheit.
Ein deutliches Bild meiner Gedanken. Das will ich transportieren. Von meinen Kopf in deinen Kopf.
Dafür steht mir allerdings allein mein Mund zur Verfügung.
Ich muss einen Weg finden, dieses klare Bild meiner Gedanken in Verben,
Substantive und Adjektive zu verwandeln.
Eine schwierige Transformation.
Einfacher wäre es, du küsst mich und all meine Gedanken fließen in dich hinein.
Sie durchströmen deinen Mundraum, sammeln sich und kitzeln deine Zunge,
die sie mit einem Schnalzen direkt in dein Gehirn katapultiert.
Du siehst, was ich sehe. Weißt, was ich weiß. Fühlst, was ich fühle.
Ein direkter Austausch Gedanken von höchster Wichtigkeit.
Schnell. Ohne Gedankenverlust. Ohne Gedankenverfälschung.
Aber diese Art der Kommunikation beherrschen wir nicht.
Wir machen es auf die herkömmliche Weise.
Reden. Von Frau zu Mann.
Mit Wortblitzen und Satzböen. Buchstabenregen und Silbendonner.
Es treffen Ausrufezeichen auf Fragezeichen und am Ende bleibt nur eins zu klären:
Verstehst du, was ich meine?

von Lolita Büttner

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